Einsatz 78/2026: Waldbrand bei Traisen mit dem Landeszug Rheinland-Pfalz Waldbrand Nord
Am Samstag, den 27. Juni 2026, wurde die Feuerwehr Daun um 23:18 Uhr durch den Voralarm zur überörtlichen Hilfe größeren Umfangs alarmiert. Alarmiert wurde der Waldbrandzug Nord Rheinland-Pfalz, der zur Unterstützung der Einsatzkräfte bei einem großflächigen Waldbrand im Bereich Traisen im Landkreis Bad Kreuznach angefordert wurde.

Bereits am frühen Sonntagmorgen traf sich die erste Besatzung am Bereitstellungsraum am Autohof Rheinböllen, bevor der gemeinsame Marsch in das Einsatzgebiet begann.

Vor Ort erwarteten die Einsatzkräfte eine äußerst anspruchsvolle Lage. Ein ausgedehnter Waldbrand hatte sich in einem teilweise mit Kampfmitteln belasteten Gelände ausgebreitet. Hohe Temperaturen, steile Hänge und die schwierige Erreichbarkeit des Brandgebietes stellten die Einsatzkräfte während des gesamten Einsatzes vor große Herausforderungen.

Mit dem Waldbrand-Tanklöschfahrzeug (TLF 3000) des Landes Rheinland-Pfalz unterstützte die Feuerwehr Daun gemeinsam mit zahlreichen Feuerwehren aus dem gesamten Land die Bekämpfung des Brandes. Insgesamt waren sieben Mannschaften bestehend aus jeweils drei Personen der Feuerwehr Daun im 12-Stunden-Wechsel im Einsatz. Rund um die Uhr wurde die Besatzung des Fahrzeugs jeweils um 7:00 Uhr und 19:00 Uhr durch drei Kameraden abgelöst, sodass das TLF 3000 ohne Unterbrechung im Einsatz bleiben konnte. Insgesamt leisteten die Dauner Einsatzkräfte rund 350 Einsatzstunden.

Zu den Aufgaben gehörte zunächst die Brandbekämpfung im sogenannten „Pump-and-Roll“-Verfahren, da das munitionsbelastete Waldgebiet zunächst nicht betreten werden durfte. Dabei wurde das Feuer direkt aus dem fahrenden Fahrzeug heraus bekämpft.

Nach Freigabe einzelner Bereiche durch den Kampfmittelräumdienst konnten die Einsatzkräfte zahlreiche Glutnester gezielt ablöschen und den Waldboden großflächig kühlen, um ein erneutes Aufflammen des Brandes zu verhindern.

Darüber hinaus transportierte die Besatzung große Mengen Löschwasser, stellte die Wasserversorgung für weitere Einsatzkräfte sicher und kontrollierte das weitläufige Waldgebiet regelmäßig auf neu entstehende Brandstellen. Besonders während der Nacht mussten immer wieder kleinere Glutnester entdeckt und gelöscht werden. Die hohen Temperaturen und das anspruchsvolle Gelände verlangten den Einsatzkräften dabei körperlich alles ab.

Besonders beeindruckend war die hervorragende Zusammenarbeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus ganz Rheinland-Pfalz. Obwohl sich viele der Einsatzkräfte zuvor nicht kannten, funktionierte das Zusammenspiel vom ersten Moment an reibungslos. Jeder konnte sich auf den anderen verlassen – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie gut die überörtliche Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz funktioniert.

Am Mittwochnachmittag entschied die Einsatzleitung, das Dauner TLF 3000 aus dem Einsatz herauszulösen. Gegen 20:40 Uhr trafen Fahrzeug und Besatzung nach fast 87 Stunden Einsatzdauer wieder wohlbehalten am Feuerwehrhaus in Daun ein. Am folgenden Tag wurden Fahrzeug und Ausrüstung gründlich gereinigt, überprüft und wieder einsatzbereit gemacht.

Unser herzlicher Dank gilt allen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und der Einsatzleitung für die jederzeit professionelle und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Ebenso bedanken wir uns bei allen Kräften, die im Hintergrund für die Verpflegung, Logistik und Organisation sorgten. Der Einsatz in Traisen hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine starke überörtliche Zusammenarbeit ist – und dass sich die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz auch bei außergewöhnlichen Einsatzlagen jederzeit aufeinander verlassen können.